Geschichte der Thüringer Glaskunst
Die Geschichte des Glases begann im 14. Jahrhundert, als im Thüringer Wald
eine Vielzahl an Glashütten gegründet wurden.
In diesen Glashüten begannen
die Glasmeister mit der Herstellung von Glasröhren und
Glasstäben sowie Fensterscheiben und Gebrauchsglas aller Art.
Das so genannte "Thüringer Waldglas", das schon im Mittelalter hergestellt
wurde, verdankt seine grüne Farbe dem hohen Eisengehalt im verwendeten
Sand. Es ist meist mit Blasen, Schlieren oder Sandkörnern durchsetzt.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurden in den Glashütten folgende Gläser
hergestellt:
Butzenscheiben, Apotheken- und Laborgläser, Schalen,
Gläser für den
Hausgebrauch wie Flaschen, Einmachgläser, Zuckerdosen,
Trinkgläser
verschiedener Art und Form und reich verzierte Kelche und Pokale.
Daneben gab es eine Vielzahl anderer Gläser, die ebenfalls in den Hütten
gefertigt wurden, wie Barometer, Tintengläser oder Vogeltrinkgefäße.
In dieser Zeit gab es aber auch schon Glasbläser, die daheim vor der
Lampe arbeiteten. Sie stellten aus den Glasröhren und Glasstäben, die
in den Glashütten gefertigt wurden, Glasperlen und technisches Glas her.
Ab 1860 wurde der erste gläserne Christbaumschmuck in Heimarbeit
hergestellt. Er ging aus der Perlenmacherei hervor, denn die ersten Christbaumkugeln waren nichts anderes als größere runde oder ovale Perlenformen.
Man versuchte aber auch andere Formen, wie Früchte,
Tiere oder Oliven als Verzierung für den Weihnachtsbaum zu fertigen.


