
Kunsthandwerk mit langer Tradition
Schon die alten Ägypter und Assyrer waren in der Lage, Glas zu schmelzen und zu verarbeiten. Über die Römer gelangte das Glasmacherhandwerk nach Mitteleuropa. Mit dem Niedergang des römischen Reiches gingen jedoch auch viele Kenntnisse der Glasherstellung und -verarbeitung verloren. Erst gegen Ende des Mittelalters wurde das alte Wissen wiederentdeckt.
Die Thüringer Glaskunst
Die Geschichte des Thüringer Glases begann im 14. Jahrhundert, als im Thüringer Wald eine Vielzahl von Glashütten gegründet wurde. Das Thüringer Waldglas, das aufgrund der einfachen Technologien und der Unreinheit der Rohstoffe von grünlicher Farbe und oft mit Bläschen und Einschlüssen durchsetzt war, wird auch heute noch von manchen Hütten zur Erhaltung der Tradition hergestellt. Nach und nach wurden die Rezepturen und Methoden verbessert und es entstanden auch klare und farbige Gläser mit unterschiedlichen Eigenschaften. Daraus stellten die Glasmacher neben Fensterscheiben, reich verzierten Trinkgefäßen und allerlei Gebrauchsgegenständen auch Stäbe und Röhren her.
Die Einführung des Blasebalgs und die Erfindung des Grasbrenners erschufen neue Möglichkeiten
Die Stäbe und Röhren dienten nun als Ausgangsmaterial für die Glasbläser, die sie – zumeist in Heimarbeit – mittels einer Öllampe erhitzten und zu Glasperlen, Figürchen und anderen Artikeln umformten. Auch diese Technik war bereits seit der Antike bekannt, kehrte aber erst im 17. Jahrhundert nach Europa zurück. Mit der Einführung des Blasebalgs und der Erfindung von Gasbrennern wuchsen die Möglichkeiten der Glasbläser, die ihre Produktpalette stetig erweiterten, sich auf verschiedene Bereiche spezialisierten und dabei häufig die Meisterschaft einzelner Disziplinen erreichten. Der gläserne Christbaumschmuck, der gemäß der Überlieferung im Jahre 1847 in Lauscha erfunden wurde, ist ebenso eine original Thüringer Erfindung wie viele Deko- und Gebrauchsgegenstände sowie technische Geräte aus Glas und zahlreiche Errungenschaften der Glasaugenherstellung.
Die Thüringer Glaskunst wird in unserer Glasstube fortgesetzt
Heute noch gibt es im Thüringer Wald Glashütten und Glasbläsereien, die nach den althergebrachten Methoden arbeiten, wenngleich viele Aufgaben längst von Maschinen übernommen wurden. Auch in der Glasstube Oberhof, entstanden aus der Ersten Oberhofer Glasstube und der Oberhofer Glasmanufaktur, werden die Traditionen der Thüringer Glaskunst fortgesetzt, die sich auch in der Familiengeschichte der Glasbläser wiederfinden. Hier werden die Einflüsse verschiedener Stilrichtungen mit neuen Impulsen verbunden, was sich in dem breiten und vielseitigen Angebot widerspiegelt.














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